Wir gehen zu den Menschen!

Der letztjährige Weihnachtsmarkt in Güstrow mit seinen Lichtern, Essens- und Glühweinbuden hat sicher viele Güstrower angezogen. Als ich damals über den Markt ging, erlebte ich laute Musik, Kinder auf dem Karussell, viel Lachen und angeheiterte Menschen, die sich amüsierten. Dass Christen Weihnachten die Geburt von Jesus Christus feiern, das konnte ich auf dem Weihnachtsmarkt nirgends entdecken. Nun denken manche: Das gehört doch in die Kirche und nicht auf einen Weihnachtsmarkt. Jesus hingegen hat seinen Leuten gesagt, dass sie dort hingehen sollen, wo die Menschen sind und ihnen von ihm erzählen. Da kam mir der Gedanke: Wir LKGler machen im Jahr 2018 einen Bücherstand auf dem Güstrower Weihnachtsmarkt. Dort bieten wir gute Literatur für Kinder, Teens und Erwachsene an sowie Kalender, Karten, Spiele, CDs, Filme und vieles mehr, und sind dann offen für gute Begegnungen. Das war ein Wagnis. Würden wir einen Stand erhalten? Würden wir das Geld für die Standgebühr zusammenbekommen? Würden sich genügend Mitarbeiter für den Stand finden? Bei zwei Personen für zwei Stunden bräuchten wir pro Tag 6-8 Mitarbeiter, und der Weihnachtsmarkt dauert immerhin 10 Tage. Wie wird das Wetter sein? Kommen überhaupt Menschen an unseren Stand? Ich freue mich, dass Gott uns Schritt für Schritt ermutigt hat, im Vertrauen nach vorn zu gehen. Und siehe da: die Standkosten wurden übernommen. Als der Weihnachtsmarkt startete, war unser Einsatzplan (vom 07.-16.12.) vollständig belegt, und wir starteten unterschiedlich erwartungsvoll. Manche Mitarbeiter haben sich mehrfach eingebracht. Diese gemeinsame Aktion hat unserer LKG richtig gutgetan. Wir waren aufeinander angewiesen. Es kam zu manchen feinen und auch nachdenklich machenden Begegnungen. Einige fanden es richtig gut, dass wir etwas Sinnvolles anbieten. Eine andere Dame sagte: „Ich möchte für mein Enkelkind eine Weihnachtskarte, aber ich selber halte nichts von all dem.“ Sie ließ sich auf kein Gespräch weiter ein. Wir wollen mit Jesus weiter im Gespräch bleiben über unseren Begegnungen und Erfahrungen und ihn bitten, dass ER jedem Einzelnen nachgeht und dranbleibt. Ich würde mich sehr freuen, wenn wir uns nächstes Jahr erneut entschließen: Wir gehen wieder zu den Menschen auf dem Weihnachtsmarkt und bieten ihnen das Beste an, was ihnen passieren kann: Das Evangelium und Menschen, mit denen sie über Gott ins Gespräch kommen können.

Schwester Ursel Neuhaus, Güstrow

Statements und Erlebnisse von Mitarbeitern:

„Sehr gefreut habe ich mich ich über eine Frau, die als Rostockerin zum Güstrower Weihnachtsmarkt kam, weil sie eher das Kleine, Besondere mag. Da war sie bei uns doch richtig! Sie kaufte am Bücherstand, staunte über die selbstgemachten Dinge und suchte sich auch davon reichlich aus.“ Helga Möbius

 

„Der Stand hatte auch den Effekt, dass Mitarbeiter Zeit miteinander verbrachten, die sie sich wahrscheinlich sonst nie genommen hätten. So trug der Weihnachtsmarkt auch dazu bei, dass wir uns untereinander etwas besser kennenlernten.“ Helga Möbius

 

Ein junger Mann betrachtete von weitem unseren Bücherstand, rollte mit seinem Fahrrad heran und meinte: „Ich will nichts kaufen, aber ich möchte etwas spenden. Ich find's gut, dass Sie hier stehen.“ Sprach's, gab eine Spende und weg war er. Sr. Ursel Neuhaus

 

Eine junge Frau gab sich als Religionslehrerin zu erkennen und kaufte zwei Einkaufstaschen mit der Jahreslosung 2019. Sie wollte die Jahreslosung im Unterricht thematisch behandeln. Sr. Ursel Neuhaus

 

Ein älteres Ehepaar dankte uns, dass wir mit diesem Stand einen sinnvollen Beitrag zu Weihnachten geben. Ähnliche Statements erlebten wir immer wieder. Sr. Ursel Neuhaus

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