Überfluss - ja, bitte!

300 Neugierige feierten den zweiten ökumenischen Impuls-Gottesdienst in Wismar. Der Wismarer Ökumene-Kreis hat einen besonderen Gottesdienst vorbereitet, und etwa 300 Besucher kamen in die Georgenkirche. Unter dem Motto „Überfluss – ja, bitte!" ging es nicht etwa um Geld und Ruhm, sondern vielmehr um die überfließende Liebe Gottes. Als Andrea Kühn in der Wismarer St.-Georgen-Kirche vor 300 Besuchern eine rote Gießkanne solange mit Wasser füllt bis diese überläuft, wird die Jahreslosung 2018 aus der Johannesoffenbarung 21,6 bildhaft erlebbar. „Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben aus der Quelle des Lebens umsonst.“ Andrea Kühn ist Verkündigerin, sprich Evangelistin. Sie kommt aus der sozial-christlichen Leuchtturmarbeit in Güstrow. Davon erzählt sie in einem kleinen Interview, das Thomas Bast, Prediger der Landeskirchlichen Gemeinschaft Wismar, mit ihr führt. So wie beim zweiten Impuls-Gottesdienst in Wismar besteht auch ihre Arbeit, der sie seit sieben Jahren in Güstrow zwischen Plattenbauten nachgeht, aus einer verständlichen und bildlichen Verkündigung. Andrea Kühn ist sehr präsent in Stimme, Mimik und Gestik. Sie ist überzeugt: „Die Christen sind wie Gießkannen – große und kleine – die Gott mit Liebe, Vergebung, Hilfsbereitschaft und Trost füllt" bis diese Gaben überfließen, so wie das Wasser in ihrer roten Kanne auf dem Podest überläuft. 

Wenn wir das empfangene Wasser weitergeben – mit der Kanne gießen – bis diese leer ist, dann können wir sie bei Gott wieder füllen lassen bis sie erneut „überfließt“, so Andrea Kühn. An dieser Stelle kommt die eigentliche Botschaft: „Gott will uns in seinem Sohn Jesus seine Liebe geben und lädt uns ein, diese Liebe an andere weiterzugeben.“ Deutlich wird: Das Thema „Überfluss" hat nichts mit der Marktwirtschaft, mit Erfolg, Macht und Ruhm zu tun, sondern mit der überfließenden Liebe Gottes zu uns Menschen in seinem Sohn Jesus Christus. Er gibt das Lebenswasser reichlich, überfließend, sodass wir aus dieser Fülle ebenso überfließend weitergeben können. Dies macht auch die Lesung aus dem Johannesevangelium deutlich (Johannes 4). Da ist eine Frau in der Mittagshitze unterwegs zu einem Brunnen, begegnet dort Jesus und entdeckt in dieser Begegnung das lebendige Wasser. Der Ökumene-Kreis aus Wismar bereitete in vier Treffen den Gottesdienst vor. Das Team um Pastor Thorsten Markert von der St.-Marien-St.-Georgen-Gemeinde und den Prediger Thomas Bast von der Landeskirchlichen Gemeinschaft in Wismar hat sich einiges einfallen lassen zum Thema Überfluss. So wurden die Besucher schon zur Begrüßung mit einem Becher frischen Wassers empfangen. Im Kindergottesdienst konnten die jüngsten Besucher „Mose im Körbchen“ basteln und erfuhren so von Gottes Liebe auch zu den Kleinsten. In einem Interview erzählte der Australier Chris Korkor aus Sydney, warum er nach Wismar gekommen ist. Er erntete herzhaftes Lachen, als er sagte: „Nun, ja, Wismar ist ein Stück kleiner als Sydney.“ Weiter führte er aus: „Gott leitete ihn und seine Frau hierher." Christus ist es, der uns immer wieder zu sich einlädt; wir sind also nur die Miteinladenden.

Im Anschluss an den ökumenisch-missionarischen Impuls-Gottesdienst bestand die Möglichkeit zu Gesprächen bei Kaffee und reichlich gespendetem Kuchen, zum Schmökern in Büchern des Rostocker Büchertisches sowie an den verschiedenen Infoständen oder sich segnen zu lassen. Bleibt zu hoffen, dass die ,,Gießkannen“ nicht vergessen, sich immer wieder von Gott überfließend füllen zu lassen, um seine Liebe in Jesus, ebenso überfließend weitergeben zu können.

Helga Kretschmer, Wismar

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