Interessante Leute, heiße Sonne und ein neues Zelt

Eben kommen wir – meine Frau und ich – aus der „Alten Schule“ zurück. Das ist unser Seminarhaus – etwas komfortabler als das Freizeitheim. Hier ist vor zwei Tagen eine Aktiv-Freizeit junger Berufstätiger angereist. Wir waren heute eingeladen, über unseren Weg und Dienst als christliche Familie zu berichten – erst in der DDR, dann im Nachwendedeutschland. Es ist spannend, wenn man zurückschaut und entdeckt, wo überall der lebendige Gott seine Hand im Spiel hatte – auch unter schwierigen Bedingungen. Meine Frau Gisela zitierte dabei ihren Vater. Wenn es um Entscheidungen ging, bei denen ein Bekenntnis gegenüber dem atheistischen DDR-Staat verlangt wurde, gab er die Devise aus: „Es ist besser mit einem Nachteil zu leben als mit einem belasteten Gewissen.“ Zu den Freizeit-Teilnehmern dieser Freizeit gehörte eine Zahnärztin. Nachdem sie zum Glauben an Jesus gekommen war, begann sie, auf originelle Weise Menschen zu helfen. Sie fuhr in ihrem Urlaub mit kleiner Ausrüstung und auf eigene Kosten nach Albanien und startete ein Zahnbehandlungsprogramm in Bergdörfern – ohne Strom. Dabei entwickelte sie eine spezielle Methode der Entfernung kariöser Stellen mit einem „scharfen Löffel“. „Und das ging wunderbar“, berichtete sie uns. Nach dieser Freizeit will sie nach Rumänien aufbrechen. Und dann sind da noch die Kinder- und Jugendgruppen. Von denen hatten wir mehrere in diesem Sommer zu Gast. Sie liegen uns sehr am Herzen. Es ist toll, mitzuerleben wie Kinder die Botschaft von Jesus aufnehmen, wie sie in Gruppen zusammensitzen, die Bibel lesen oder basteln. Aber auch wenn alle zusammen loslegen: Das große Gelände bietet viele Möglichkeiten zu unterschiedlichen Spielen. Die EC-Kinderfreit Anfang Juli war die erste, die das neue Gruppenzelt nutzen konnte. Es ist 6 x 10 Meter groß und hat einen Holzfußboden (s. Foto). Wir sehen die Kinder auf dem Foto beim Singen, bevor das biblische Thema beginnt. Das Zelt wird nach dem Karchowfest wieder abgebaut und eingepackt – bis zum nächsten Jahr. Nach der EC-Kinderfreizeit kamen Missionsfreunde aus Dresden, die sich alle zwei Jahre in Karchow mit einer Missionarsfamilie treffen. Anschließend rückten zwei Englisch-Camps an: Viele deutsche Teenies und dazu Mitarbeiter aus den USA und Kanada. Von früh bis abends, vom Morgensport bis zum Abendthema, vom Küchendienst bis zum gemeinsamen Bibelstudium – alles auf Englisch. Freizeiten sind einfach klasse.

Hartmut Zopf, Karchow

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