Dass es durch Gott anders geht!

Hallo, ich bin Marita und darf seit dem 1. September 2018 für ein Jahr ein BFD* im Leuchtturm machen. Viel Erfahrung, aus der ich berichten könnte, habe ich ja noch nicht. Dafür besitze ich aber den Vorteil, wahrnehmen zu können, was einem „Neuling“ im Leuchtturm alles auffällt: Da ist zum Beispiel die fröhliche und humorvolle Art, die Andrea und Samuel an den Tag legen, sodass wir im Leuchtturm echt Spaß haben. Allerdings bedeutet solch ein Leuchtturm-Alltag auch, trotz aller Freude, immer wieder das Meckern und Schimpfen einiger Kinder zu „durchschauen“, um dann festzustellen, dass sie eigentlich gerne bei uns sind. Gerade in solchen Situationen beeindruckt mich, wie viel an Streit und schlechter Laune mit Humor beigelegt werden kann. Eine zweite Sache, die schnell auffällt, sind die unmissverständlich formulierten Hinweise auf Gott als den Gründer, Versorger und Herr der Arbeit hier. "Jesus ist der König des Leuchtturms.", sagt Andrea immer wieder. Das sind Momente des direkten Redens von Gott mitten im Alltag, der sonst vor allem aus einfachem Spielen, Toben, Zusammensitzen und Quatschen besteht. Gerade in den letzten warmen Tagen hatte ich viel Spaß beim Schaukeln und "Verstecken-Fangen" Spielen auf dem Spielplatz. Dieser liegt direkt gegenüber vom Leuchtturm und ist ein Geschenk Gottes, weil wir dort Kinder kennenlernen und einladen können. Meine anfängliche Sorge, ich würde mit den Kindern dort wegen Streit und Mogelei nicht zurechtkommen, hat Gott schnell vertrieben! Besonders in meinen ersten Leuchtturm-Tagen schickte ER Kinder, die mich sogar bei einem Fangspiel mit geschlossenen Augen durch Fairness und Ehrlichkeit überraschten. 

Ein Highlight der ersten drei Wochen war der "Mango" (MonatlicherANbetungs-GOttesdienst). Da dieser im Leuchtturm stattfand, kamen auch ein paar Kinder vom Distelberg mit dazu. Manche konnten nicht viel mit den Liedern und der Musik anfangen. Andere dagegen hatten sichtlich Spaß dabei, und ein „normalerweise kleiner Wirbelwind" saß auf einmal ganz ruhig da und hörte mit offenem Mund zu. Es war spannend, diese unterschiedlichen Reaktionen zu beobachten, und ich bin dankbar, dass wir in der Musik einen Zugang zu manchen Kindern haben. Ganz neu wird mir in dem sozialen Umfeld des Leuchtturms auch bewusst, was mir mit einer heilen Familie, geordneten Verhältnissen und guten Vorbildern gegeben ist. Das macht mich dankbar und lässt mich hoffen, dass ich den Kindern – trotz allem – in ihrer Lebenswelt begegnen und ihnen ein „neues Leben“ zeigen kann. Genauer gesagt: Dass es durch Gott anders geht! Daraus entsteht jedoch ein Spagat, der mir bewusst wurde, als ich mit einem total schlecht gelaunten Mädchen redete. Nach einem verlorenen Spiel saß sie weinend da und erzählte mir, was an diesem Tag schon alles schiefgelaufen war. Schnell konnte ich somit ihr unfreundliches und bockiges Verhalten verstehen. Sie hatte letztlich nur weitergegeben, was sie selbst erlebt hatte. Kaum zu Ende gesprochen stand das Mädchen auf, um prompt ein anderes Kind in gleicher Weise anzuschnauzen, so dass Samuel sie sehr deutlich zurechtweisen musste. Dieses Erleben brachte mich zum Nachdenken und hat meinen Wunsch für mein BFD bekräftigt: Ja, manches Verhalten in und rund um den Leuchtturm ist nachvollziehbar, aber dennoch nicht in Ordnung. Deshalb will ich liebevoll verstehen (lernen) und gleichzeitig zeigen, dass es auch anders geht – durch Gott.

Marita, Güstrow                                 

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