Frühlingszeit machst uns das Herz so weit…

Mit diesem Volkslied möchte ich einstimmen auf einen Bericht aus dem Neustrelitzer Gemeinschaftsbezirk. Vom 13.04. -15.04.2018 organisierten und besuchten wir ein Seminar für Paare, die schon viel miteinander erlebt hatten. 2017 erlebten wir Susanne und Johann Scharf aus Güstrow in einem Gemeinschaftsgottesdienst in Neustrelitz. Ihr Zeugnis und Ihre Tätigkeit als Berater für das Team.F machten uns neugierig, und somit war die Idee geboren, mit Ihnen mal ein Wochenende zu erleben. Bis aus der Idee ein Plan und dann ein Seminar wurde, hieß es viel abzusprechen, auszuhandeln, abzuwägen… In dieser Phase war spürbar, dass wir zwar das Gleiche wollten, aber jeder hatte doch andere Vorstellungen. „Konfliktfähig werden“ das Thema passt - nicht nur für das Ehe- und Familienleben, nein diese Eigenschaft ist universell einsetzbar.  Die Einsicht war da: Wer sich dieser Herausforderung stellt, ist auf einem guten Weg. Das Pfarrhaus Karchow ist uns aus Teenager-Zeiten gut bekannt, seitdem sind schon Jahre und Jahrzehnte vergangen. Dankbar zogen wir in die komfortablere „Alte Schule“ ein. An dieser Stelle ein Lob an die christliche Freizeit- und Bildungsstätte Karchow für die Gastfreundschaft. Das Haus bot von der Ausstattung her alles, was es zum Gelingen eines Seminars braucht. Die Begrüßung von Susanne und Johann Scharf mit Rosen und Süßigkeiten war so ehrlich und herzlich, dass am Freitagabend die innerliche Trennung vom Alltag gelang. Dann kam die Seminarmappe – Oh! Was für ein strammes Programm. Na erst mal ein Spielfilm: „An deiner Seite“. Wunderbar mit Wortwitz wurde die festgefahrene Kommunikation eines Ehepaares dargestellt. Man konnte in einigen Szenen eigene missglückte Gespräche und Reaktionsmuster wiedererkennen. Der Einstieg war gelungen. 

So begaben wir uns am nächsten Tag auf die Suche nach den richtigen Worten und dem richtigen Ton. Oh Herr, gib‘ uns unsere Sprache zurück. Öffne unsere Herzen, mache die Hirne weit! Denn es ist nicht Gottes Wille, dass Worte zu Waffen werden. Wir staunten nicht schlecht, von wie vielen Faktoren Kommunikation unter anderem abhängt: Sprecherfertigkeit, Zuhörerfertigkeit, Ge-fühlen, Wertevorstellungen, Verhaltens-mustern. Ja, unsere Hirne hatten ordentlich was zu tun. Unsere leibliche Versorgung hatte Karen Krüger sehr umsichtig und liebevoll geplant. Gemeinsames Essen und Arbeiten sind einfach schön!  Wir Seminarteilnehmer wurden von vier Kindern begleitet. Alle Achtung, sie konnten sich sehr gut selbst beschäftigen! Ihr Highlight war die Mittagspause am Samstag. Hier zeigten Großeltern, was sie möglich machen können. Ein Fünfjähriger darf in der Müritztherme nicht alleine rutschen. Er möchte aber mindestens 50x… Dieser Wunsch wurde ihm erfüllt. Es war ein Rekord für den Kleinen und den Ü50jährigen. Was macht man nicht alles mit einem weiten Herzen… Am Sonntag feierten wir in einem Gottesdienst Abendmahl. Der Zuspruch, dass wir nicht allein die Theorie umsetzen müssen, dass wir nicht allein Misserfolge hinnehmen müssen, dass wir in unseren Konflikten nicht alleine sind, gibt neue Hoffnung. 

„Gnade und Treue sollen dich nicht verlassen. Hänge meine Gebote an deinen Hals und schreibe sie auf die Tafel deines Herzens, so wirst du Freundlichkeit und Klugheit erlangen, 

die Gott und den Menschen gefallen.“ (Sprüche 3, 3-4) Wenn ich nun nach einigen Wochen die Seminarmappe durchblättere, werden einzelne Stichpunkte wieder zu Impulsen. Danke, Susanne und Johann für Euren Dienst und Eure Fürbitte. Den Lesern möchte ich Mut machen, sich auf so ein oder ähnliches Seminar einzulassen. 

Regina Siebert, Neustrelitz