Ein Update für den Glauben

Foto: Daniel Queißer
Foto: Daniel Queißer

Einsatzfreizeit mit den Fackelträgern

„Mein Stuhl – mein Stuhl – Fionas Stuhl.“ So hallt es durch den kleinen Saal des Röbeler Gemeinschaftshauses. Wir sind an diesem Winterabend vierunddreißig junge Leute aus ganz Südost-Mecklenburg. Vor dem Abendessen mit neun selbstgebackenen Pizzen wird fröhlich und laut gespielt. Junge Christen aus Krakow am See, Waren, Röbel und Wittstock begegnen sich zum ersten Mal. Zugleich ist es der Abschlussabend einer Jugendeinsatzfreizeit. Zusammen mit einem vierköpfigen Team vom Bodenseehof (den Fackelträgern) hatten wir eigentlich eine Jugendbibelfreizeit in Karchow geplant. Diese kam aber aufgrund der zu geringen Anmeldungszahlen nicht zustande. Davon wollten wir uns jedoch nicht beirren lassen. „Wenn die Jugendlichen nicht nach Karchow kommen, dann fahren wir eben zu ihnen“, dachten wir. Und so wurde daraus eine arbeitsintensive Einsatzwoche. Fiona und Simon aus der Serrahner Jugend, Rahel, Miriam und Marten aus der Güstrower Jugend, Kassandra und David aus der Rostocker Gemeinschaft, die Fackelträger Kilian, Tabea und Sarah aus Nordirland sowie Andrew aus Kanada – und ich, wir bildeten das zwölfköpfige Einsatzteam. Unser Basecamp war die Alte Schule in Karchow, wo Hartmut und Gisela Zopf uns freudig aufnahmen. Die Vormittage waren geprägt von Bibelstudium sowie der Vorbereitung der Abende und Nachmittage. Wir probten die Lieder, überlegten Theaterszenen, beschrieben Plakate und bereiteten die Andachten vor. 

Foto: Daniel Queißer
Foto: Daniel Queißer

Nur der Dienstagnachmittag war für unser persönliches Vergnügen frei. Diesen nutzten wir für ein Fußballspiel auf dem Eis des Karchower Sees. Wir hatten viel Spaß, wuchsen als Team zusammen, und ich holte mir eine blutige Nase. Die Jugendabende in Krakow und Röbel waren unterschiedlich gut besucht, aber immer intensiv, voller Aktion, mitreißender Musik und mit leckerem Essen. Ein Mädchen sagte am Ende der Woche: „Am besten haben mir die Andachten gefallen.“ Das hat uns natürlich besonders berührt. Der Kindernachmittag im Kirchgemeindehaus in Röbel hat den neunzehn Kindern so viel Freude gemacht, dass sie am Ende gar nicht zu ihren Eltern wollten, die vor der Tür warteten. Und das Pastorenehepaar wollte auf der Stelle unsere Kinderreferentin abwerben. Etwas Besonderes war sicher auch das Begegnungskaffeetrinken mit syrischen Muslimen im Gemeinschaftshaus. Anschließend begleiteten wir sie unter angeregten Gesprächen noch ein Stück durch die Stadt. Kurz vor unsrer Abreise am Samstag trugen wir unsere persönlichen Eindrücke zusammen. Wir stellten fest, dass wir am Ende reicher beschenkt waren als zuvor. Wie die Jünger, die ihr Weniges an die Menge ausgeteilt hatten – 5 Brote und 2 Fische – so hatte jetzt jeder einen Korb voll übrig, 12 Körbe also. Hier einige Aussagen: “Mein Vertrauen zu Gott ist in dieser Woche besonders gewachsen.“ - “Das war eine glaubensstärkende Aktion.“ - “Ich habe erkannt, ich will mich von Gottes Liebe bescheinen lassen, und sie dann widerspiegeln.“ - “Ich wollte missionarische Einsätze kennenlernen. Denn es fällt mir eigentlich nicht so leicht auf Leute zuzugehen. Mein Fazit: nächste Woche sofort wieder!“ - “Ich arbeite gerne in meinem Beruf, aber diese Woche hat mir neu gezeigt: Es gibt noch viel Sinnvolleres im Leben“ - “Englisch lernen lohnt sich.“ (Wegen Sarah und Andrew wurde im Team viel Englisch gesprochen.) Beeindruckt und ermutigt haben mich die Hingabe und der Arbeitseinsatz der Teammitglieder. Die fünf Schüler „opferten“ einen Teil ihrer Ferien, das junge Ehepaar nahm sich Urlaub, und die vier Fackelträger waren tausende Kilometer gefahren, um sich dann fröhlich auf unsere kleinen Mecklenburger Kreise einzulassen. Langfristig geplant war das alles nicht, aber ich bin mir sicher, dass diese besondere Woche auch in den Jugendkreisen Spuren hinterlässt. Die Herzen mancher Kinder und Teens sind in dieser Woche berührt worden. Auch die erstmalige Begegnung der Jugendarbeiten untereinander könnte ein Anstoß für mehr werden. Danke allen die dabei waren. Danke Jesus.

Daniel Queißer, Rostock

Fotos alle von Daniel Queißer
Fotos alle von Daniel Queißer