Seit 7 Jahren Mahnwache...

Foto: Hartmut Zopf
Foto: Hartmut Zopf

...für Einhaltung der Menschenrechte in Norskorea.

Jeden Donnerstag steht Gerda Ehrlich mit einigen anderen vor der nordkoreanischen Botschaft in Berlin. Und das eine geschlagene Stunde lang - bei Wind und Wetter. Die Demonstranten in der Glinkastraße, wo sich die Botschaft befindet, tragen Transparente, wie z.B. „Schließung der furchtbaren Arbeitslager“, „Gegen Christenverfolgung“, „Reis statt Atom“. Bei einem Sonntagsvortrag am 13. November in der Landeskirchlichen Gemeinschaft Röbel erzählt die engagierte Christin wie sie auf diesen Gedanken kam. Gerda Ehrlich – im Bild zusammen mit dem Südkoreaner Hyung Suk Byun/Karchow –  ist eine rüstige Seniorin, die die 70 bereits überschritten hat. Sie wohnt seit vielen Jahren in Berlin, ganz nahe an der ehemaligen Grenze. In DDR-Zeiten hatte sie die Mauer immer vor Augen und zwar von der Ostseite. Was dann im November 1989 passierte, ist für sie immer noch ein Wunder. Voller Dankbarkeit erzählt sie von dem, was sie damals erlebte. Im August 2009 hörte sie dann einen Vortrag der Organisation „Open Doors“. 

Foto: Hartmut Zopf
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Dadurch wurde sie auf Nordkorea und die furchtbaren Zustände dort aufmerksam. Sie entschloss sich, regelmäßig für die Menschen in diesem Land zu beten. Doch was konnte sie noch tun? Da sie in Berlin wohnt, wollte sie beginnen, vor der nordkoreanischen Botschaft eine Mahnwache abzuhalten – solange bis sich in diesem Land etwas ändert, die Arbeitslager geschlossen werden und auch dieses Volk die Einheit unter einer demokratischen Regierung geschenkt bekommt. Ihr Entschluss liegt jetzt 7 Jahre zurück. Seitdem hat sie nicht aufgegeben. Jeden Donnerstag steht sie mit einem Team vor der Botschaft. Als der neue Botschafter sein Amt antrat, schickte sie ihm per Post eine Bibel in koreanischer Sprache. Man muss wissen, dass es in Nordkorea strengstens verboten ist, eine Bibel zu besitzen. Nordkorea steht seit Jahren auf Platz 1 der Länder, in denen Christen verfolgt werden. Sie kommen in Arbeitslager, werden gefoltert und sterben vor Erschöpfung. Das Land ist immer wieder in den Schlagzeilen. Mal es ist ein neuer Atombomben-Test, mal Drohungen des Diktators Kim Jong-Un, mal die katastrophale Lage der Bevölkerung, von denen berichtet wird. Natürlich haben die Angestellten in der Botschaft mitbekommen, dass da jede Woche die Leute der Mahnwache mit ihren Transparenten stehen. Ab und zu lugen die Botschaftsleute durch die Fenster. Gerda und ihre Freunde werden auch immer wieder von Passanten aus dem In- und Ausland auf der Straße angesprochen: „Warum macht ihr das hier?“ oder „Das ist gut, dass ihr das macht.“ Dann gibt es gute Gelegenheiten, über die Situation in diesem gequälten Land zu sprechen und Informationsmaterial zu verteilen.

Bericht einer Berlinerin in der LKG Röbel