Das "Haus Gottesfrieden" - ein Jahr später

Als am Sonntag, dem 1. November 2015 der feierliche Gottesdienst zur Übergabe des „Haus Gottesfrieden“ an die regionale Landeskirchliche Gemeinschaft vollzogen wurde, waren durchaus gemischte Gefühle vorhanden. Auf der einen Seite die traurige Tatsache, dass nach einigen Jahrzehnten das Freizeitheim des Mecklenburgischen Gemeinschaftsverbandes endgültig geschlossen wurde und auf der anderen Seite die große Freude der Landeskirchlichen Gemeinschaft Rostock, dass die Gemeinde in Bad Doberan nun endlich weiterwachsen darf und bauliche Maßnahmen für den Gemeindebetrieb angegangen werden konnten. Inzwischen ist im Haus Gottesfrieden eine Geigenwerkstatt sowie das Malteser Hilfswerk mit einem Büro für Flüchtlingsarbeit ins Vorderhaus eingezogen. Eine Familie aus Togo sowie eine syrische Familie aus Damaskus haben Wohnraum bekommen. Somit ist auch die Gemeindearbeit interkultureller geworden. Dazu kam, dass wir vom 01. November 2015 bis Mitte Oktober 2016 der karikativen „Suppenküche“ der ev. Münstergemeinde den Speisesaal sowie die Küche nach einer Havarie im ev. Gemeindezentrum der Kirche, Raum für die Versorgung von Hilfsbedürftigen geben konnten.

Wir haben gerade jeden Grund dankbar zu sein, da unsere Gebete bisher erhört wurden. Anfang Oktober war dann auch nach einem Jahr „Kinder Abenteuerland“ (einmal im Monat, samstags mit vier Stunden Programm) und einem Gottesdienstbesuch von ca. 70 Personen ein weiterer Höhepunkt in unserer Gemeindeaufbauarbeit erreicht. Im Februar 2016 waren wir mit insgesamt 14 Mitarbeitern (12 aus Doberan und 2 aus Rostock) beim Willow-Leitungskongress in Hannover. Wir sind gestärkt, motiviert, aber auch mit vielen Fragen und Ideen wieder zurück in unsere Gemeindearbeit gegangen. In unserem Mitarbeiterteam bearbeitet wir seitdem das „Orange“ Familienprogramm der Willow-Creek Gemeinde durch, um unsere Gemeindearbeit noch generationsübergreifender zu gestalten. Dabei sind wir bei unserem Motto „Gemeinschaft erleben...“ geblieben. Noch immer haben wir zwei Gottesdienstformen, an denen es alle zwei Wochen im Wechsel einen „normalen“ Gottesdienst und den Gesprächsgottesdienst gibt.

Unsere Senioren werden zu den Veranstaltungen abgeholt und auch wieder nach Hause gefahren. Einige neue Vorkonfirmanden in unserer Gemeinde sind nun auch nach den Sommerferien in den Jugendkreis gewechselt, der sich immer dienstags von 18.30 Uhr bis 20.00 Uhr im Haus trifft.

Im letzten Jahr haben sich auch immer wieder Frauen aus der Gemeinde monatlich getroffen, um gemeinsam zu basteln. Dabei entstehen u.a. auch Dekorationen für besondere Gottesdienste. Inzwischen hat dieser Kreis auch einen Namen: „Lady’s Kreativ“. Zwei Mütter mit ihren Kindern aus Bad Doberan sowie eine junge Erzieherin aus Thüringen, die in Bad Doberan eine Stelle in einem Kindergarten bekommen hat, haben in den letzten Monaten den Weg in unsere Gemeinde gefunden. Noch vor den Sommerferien haben wir mit einem großen „Haus- und Hof-Garten-Fest“ und einem Open-Air-Gottesdienst im Sommer einigen Menschen in unserer Stadt ganz speziell die Türen unseres Hauses geöffnet. Am 9. September 2016 hatten wir dann einmal kein musikalisches Konzert, sondern einen kabarettistischen Abend mit Torsten Hebel. Auch hier war unser Gemeindesaal wieder gut besucht, und wir freuen uns schon auf das kommende Jahr, wenn am 21. Oktober 2017 die Sängerin Dania König mit einem Konzert bei uns Station machen wird.

Anfang Oktober 2016 waren wir als Gemeinde auf unserer 2. Gemeindefreizeit, diesmal in Loiz bei Familie Seppmann zu Gast. Mit 33 Leuten waren wir dort am Start und haben uns mit dem Thema „Gaben“ in der Gemeinde auseinandergesetzt. Eine große Freude für uns war am Anfang des Jahres die Nachricht, dass Schwester Hilde Häckel wieder für „gesund“ erklärt wurde. Nach ihrer Krebsdiagnose hat sie ein Jahr viele Untersuchungen, Krankenhausaufenthalte sowie Behandlungen ertragen müssen. Nach ihrer Reha im März 2016 kam sie sogar wieder mit ihren eigenen „neuen“ Haaren zurück, an denen auch wieder ihre Haube befestigt werden konnte. Neben aller Freude haben wir aber auch mit gesundheitlichen Problemen bei einigen unserer Gemeindeglieder (vorwiegend die ältere Generation) zu kämpfen. Auch erleben wir, wie die „Ehen“ in unserem Umfeld vom Teufel angegriffen werden. Gerade hier haben wir im letzten Jahr erlebt, wie das Gebet und die Ehrlichkeit in unserer Gemeinde uns zusammen auf die Knie treibt. Ich glaube, wir sind eine „betende“ Gemeinde geworden. Und das soll auch so bleiben. Gemeinde ohne „Gebet“ wird nicht wachsen können. Mich fasziniert immer wieder mit welcher Hingabe in Doberan „Gemeinschaft“ gelebt wird. So etwas kann nur „Jesus“ machen. Nun ist es nach dem Auszug der „Suppenküche“ im Haus etwas ruhiger geworden, aber das wir sich bald wieder ändern, da die nächsten Umbaumaßnahmen anstehen. Der „Oase“ Frauenkreis, das 50plus-Bibelcafé, die Jugendarbeit, das Kinder-Abenteuerland, der Lady’s Kreativ“ Bastelkreis, ein Hauskreis, die Männerabende, die jährlichen „Vater-Sohn-Ausflüge“, die REACH Sommereinsätze mit jungen Leuten, die Mitarbeit bei der Konfirmandenarbeit der Kirchgemeinde, die jährlichen Konzerte, die wöchentliche Sportarbeit, die monatlichen Gebetstreffen der Allianzgemeinden, der jährliche Lobpreisabend in der Osternacht am Ostersamstag, der Spielstand beim Kindertag am 1. Juni, die Mitarbeit beim jährlichen Weihnachtsmarkt der Stadt, die Gastgeberrolle der EC-Landesjugendtage, der Leitungs- und Mitarbeiterkreis, das jährliche Krippenspiel-Theater zum Heiligabend sowie unser gemeinsamer Gottesdienst für alle Generationen sind zwar eine große Herausforderung, aber auch eine Freude, da wir Jesus dabei zusehen können, wie er Gemeinde baut. Bei der ganzen Gemeindearbeit bleibt uns aber folgendes wichtig: Gott braucht keine Helden, aber wir dürfen uns trotzdem mit unseren Gaben einbringen. Gott baut Gemeinde, und wir wollen ihm fröhlich dabei helfen. „Weiter geht’s...“

Christoph Scharf, Bad Doberan

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