Familie willkommen...

Samstagmorgen. Ein Blick zum Himmel. Wolken. Später kommt ein wenig Sonne hervor. So wird der ganze Tag. Sonne und Wolken. Regenschauer. Und das mitten im Juni. Wir packen unsere Sachen und ziehen zwei Straßen weiter. In der Lindenstraße findet im Rahmen des Stadtfestes auch das Kinder- und Familienfest statt.


Vereine und Verbände, die Stadt und andere Träger bieten dort Spiel und Spaß, Essen und Trinken für Kinder, Eltern, Großeltern und alle, die vorbeikommen.

Wir als Landeskirchliche Gemeinschaft Ludwigslust sind mitten drin. Wir verkaufen Kaffee und selbstgebackenen Kuchen und bieten Raum zum Hinsetzen und Erzählen. Für die Kinder haben wir „4 gewinnt“ im Großformat, ein Geschicklichkeitsspiel, den „heißen Draht“, viele Holzbausteine zum kreativen Bauen und ein Rätsel vorbereitet. Farbenfroh leuchtet das bunte Schwungtuch. Um damit zu toben, braucht man nicht die gleiche Sprache zu sprechen.Wir verteilen Luftballons mit dem Aufdruck „Jesus liebt Kinder“ und laden zum Eltern-Kind-Kreis und zum Kindertreff ein. Mit einigen Erwachsenen ergeben sich längere Gespräche. Manche fragen nach: Wer sind Sie? Dann erzählen wir davon und bieten unseren Flyer zum Mitnehmen an, auf dem auch unsere Veranstaltungen abgedruckt sind. 

Dank vieler ehrenamtlicher Mitarbeiter sind genügend Kaffeeausschenker, Kuchen-verkäufer, Gesprächspartner, Mitspieler, Rätselbegleiter und Preiseverteiler an-wesend. Ich lerne einen Jungen aus Afghanistan und einen Jungen aus Serbien kennen. Sie sind gemeinsam unterwegs. Sie probieren alles aus und gehen mit einem Legoheft über Zachäus und einer DVD vom Schlunz weiter.Auch der Bürgermeister schaut vorbei und probiert sich am „heißen Draht“. Beim zweiten Mal schafft er es, ohne dass es klingelt. Wir kommen ins Gespräch, fragen, was in unserer Stadt im Kinder- und Jugendbereich noch fehlt. Das weitet unseren Horizont, und wir wünschen uns mal wieder weitere ehrenamtliche Mitarbeiter oder ein Missionarsehepaar zur Erweiterung unserer Arbeit. Der Chef einer kleinen Firma erkennt eine Mitarbeiterin wieder. Er erzählt u.a.: „Sie waren die ersten in meiner Dienstzeit, die mit Kindern über das Sterben sprechen. Das ist mir bis dahin noch nicht vorgekommen. Die meisten reden von der Geburt. Sterben wird ausgeblendet.“ In dem Gespräch geht es dann weiter über das Ostergeschehen und Hoffnung über das Sterben hinaus. Er lässt sich an Psalm 23 erinnern und findet ihn ermutigend. Heute ist auch der Chef eines Döner-Ladens mit seiner Familie unser Gast. Ein Smalltalk - führt er uns etwas näher zusammen? Des Öfteren sitzen einige Menschen am Tisch und trinken Kaffee oder essen ihren Kuchen. Ich habe einen Aufsteller auf den Tisch gestellt mit einigen Klappkarten der Marburger Medien. Darauf ist ein Vergissmeinnicht abgebildet. Als Titel ist zu lesen: „Du bist wertvoll.“ Innen steht das bekannte Lied von Jürgen Werth: „Du bist Du – Vergiss es nie, dass du lebst, war keine eigene Idee.“ Immer wieder einmal fällt mein Blick auf diese Karten. Eine halbe Stunde vor Schluss ist der Aufsteller leer. Müde und geschafft bauen wir nach 16.00 Uhr unsere Zelte wieder ab. Wir sind zufrieden. Wir waren bei den Menschen. Wir haben uns nicht versteckt. Mit unseren roten T-Shirts und dem Schriftzug „Landeskirchliche Gemeinschaft“ haben wir auch verraten, wer wir sind. Wir sind mit Menschen in Kontakt gekommen. Jetzt bleibt uns, zu beten, dass Gott Frucht schenkt, dass Jesus, der Herr, unseren Einsatz zum Segen werden lässt für so manchen Menschen.

Gabriel Möbius


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