Auf Jesus neugierig machen

Abschied von Oliver Ahlfeld
Abschied von Oliver Ahlfeld

Etliche Briefe und Telefonate mit Inspektor, Kultusministerium und Schulamt– dann war es nach fast zwei Jahren Planung endlich soweit: Ab August 2000 würde ich als „Mitarbeiter für Gemeindebau“ und Religionslehrer in Parchim aktiv sein. Nach der Ausbildung in Unterweissach sollte das meine erste Stelle als Hauptamtlicher werden.

Die ersten beiden Jahre waren hart. Mehr zu schaffen als eine neue Mentalität machte mir die Schule. Frisch ausgebildet hat man kaum Material und keine Routine im Schulalltag – und beides ist irgendwie "überlebenswichtig“. Auch die gewünschten Veränderungen in der Gemeinschaft gingen nur schleppend voran. Gut, dass es viele hilfreiche Kollegen gab sowie Beter und Mitarbeiter, die mich oft unterstützt haben. Dadurch habe ich durchgehalten.

Viele sind gekommen.
Viele sind gekommen.

Heute schaue ich – immerhin fast 15 Jahre später – dankbar auf eine lebendige Gemeinschaft und reiches Lehrerleben zurück. Es ist etwas gewachsen. Nichts zum Angeben, aber etwas zum Freuen. Wachstum ist etwas Herrliches.

Manche fragen mich: "Wie macht man das? Wie wächst Gemeinde?" Dann sage ich: "Das haben wir nicht gemacht. Ich kann kein Wachstum machen." Und das stimmt. Das macht Gott. So platt wie es klingt, so wahr ist es. Aber ein kleines Erlebnis greife ich heraus, um zu zeigen, dass wir dennoch etwas tun können. Vor vielen Jahren sehe ich in einer öffentlichen Schul-Jugendveranstaltung zwei "Neue". Ich sage: "Schön, dass ihr reinschaut. Hat euch jemand mitgebracht?" Antwort: "Nee, wir wollten uns nur mal die Christen angucken…"

„Angucken?“ – das hat mich zuerst fatal an einen Besuch im Zoo erinnert. Für die war das normal. Sie kannten "Christen" nicht, aber waren neugierig geworden. Diese kleine Sache hat mich enorm aufgeweckt. Ich will viel mehr Menschen neugierig machen auf Jesus! Um das tun zu können, habe ich viel zugehört, von anderen gelernt, habe ausprobiert, verworfen und neu gewagt. Mir wurde klar: Wichtig, dass wir nicht irgendwas machen, sondern gezielt das, was Frucht bringt und anderes konsequent weglassen.

Oli sagt: DANKE!
Oli sagt: DANKE!

Wachsende Gemeinschaft werden wir nur durch Gottes Gnade und Kraft. Aber meine liebste Antwort, was wir aus menschlicher Sicht tun können ist: Menschen neugierig auf Jesus machen, indem wir fröhlich und erkennbar mit Jesus leben. Das wird andere neugierig auf Jesus machen: Neugierig, sodass sie „auf Bäume klettern“, um Jesus anzugucken. Neugierig, sodass sie ihm Fragen stellen bei Nacht: „Jesus, wie komme ich in den Himmel?“ Dass sie Jesus in „ihr Boot“ einsteigen lassen und in ihr Haus einladen. Und irgendwann ins Herz und sagen: „Jesus, ich liebe dich und bete dich an, mein Herr und Gott.“

Ich hatte insgesamt eine sehr schöne Dienstzeit im MGV als Hauptamtlicher. Meine Familie und ich werden in Parchim wohnen bleiben und uns an der einen oder anderen Stelle engagieren. Von Parchim aus werde ich ab Februar als Gnadauer "Referent für Neulebelung und Neugründung" Kraft und Zeit dafür einsetzen, dass Gemeinschaftsarbeit in Deutschland eine Bewegung ist, die Menschen neugierig auf Jesus macht.


Oliver Ahlfeld

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