Die "Begehbare Krippe" als Schulprojekt

2013, kurz vor Weihnachten, erzählt meine Frau der Klassenlehrerin meiner jüngsten Tochter von der Begehbaren Krippe. Die Klassenlehrerin ist gleich Feuer und Flamme. Sie möchten mit ihren Kindern gerne zu uns kommen und sich die Krippe ansehen. Aber ich merke beim Vordenken: Das ist alles zu klein, zu eng – dieses Format von der Hütte. Also vertrösten wir sie auf Dezember 2014.

Tatsächlich schaffen es etliche Mitarbeiter unserer Gemeinschaft, die Begehbare Krippe als Schulprojekt vorzubereiten. Dazu ziehen wir nach dem Einsatz auf dem Barocken Adventsmarkt in unseren Saal um, stellen jede Szene nun auf einem einzelnen Tisch dar, damit sich die Kinder alle um den Tisch herumstellen können. Wieder muss die Elektrik vorbereitet werden, ein anderer Stall und ein neues israelisches Haus müssen hergestellt werden. Für alles finden sich Mitarbeiter. Bin ich froh! Denn ich habe mit der inhaltlichen Vorbereitung genug zu tun. Auch für die Vorbereitung der Bastelarbeiten und Rätsel im zweiten Teil des Projektes finden sich Mitarbeiter. Das ist toll! Nur mit den vielen verschiedenen Begabungen ist dieses – für uns gigantische – Projekt möglich.

Nachdem wir unsere Informationen verteilt haben, melden sich schließlich drei Grundschulklassen für das Schulprojekt an. Für ca. 2,5 Stunden kommen sie in unseren Saal. Wir beginnen in einem Stuhlkreis. Ich frage die Kinder, wie sie Weihnachten feiern und warum wir Weihnachten feiern. Eine Erzählfigur steht in der Mitte unseres Kreises. Sie stellt Lukas dar, den Arzt, von dem wir wissen, wie das mit dem ersten Weihnachten war. Das erzähle ich den Kindern kurz. Denn bei uns im Osten ist es weit verbreitet zu denken: Die Weihnachtsgeschichte ist ein Weihnachtsmärchen.

Dann machen wir uns auf und entdecken die Szenen, die auf den Tischen aufgebaut sind. Am ersten Tisch lese ich mit zwei Kindern rollenweise, wie der Engel Gabriel der Maria die Geburt von Jesus ankündigt. Am zweiten Tisch erfahren die Kinder etwas über das Leben der Hirten und erleben mit, wie der Engel ihnen die frohe Botschaft von der Geburt Jesu überbringt. Mit den Hirten gehen wir zu Szene 3 und entdecken, dass die Sache mit dem Engel keine Einbildung war, sondern dass da wirklich ein Kind geboren ist und dass dieses Kind unser Retter ist. Ich erzähle den Kindern, dass jeder Name eine Bedeutung hat. Vier Kindern sage ich beispielhaft, was ihr Name bedeutet. Ich habe da so ein Vornamensbuch... J Dann sage ich ihnen, was der Name Jesus bedeutet: Gott rettet.

Nachdem wir am vierten Tisch die Menschen in Bethlehem besucht haben und in der fünften Szene den Sterndeutern begegnet sind, ist die Luft erst einmal raus. Aber nach einer Pause basteln die Kinder dann munter eine Kerze, eine Klappkarte mit Szenen aus der Weihnachtsgeschichte, einen Stern, ein Fensterbild oder lösen ein Rätsel. Manche stellen und fotografieren auch Bilder zu den einzelnen Szenen, so dass man die Geschichte anhand der Bilder nacherzählen könnte.

Ein Kind sieht in unserem Saal das Kreuz hängen und fragt: „Warum steht auf dem Kreuz: ‚Jesus siegt’?“ Für einen Moment bleibt mir die Luft weg. Ich ringe nach Worten, bete und überlege was ich jetzt in Kurzform sagen soll. Ich antworte ungefähr so: „Jesus ist kein Kind geblieben, sondern ein erwachsener Mann geworden. Christen glauben, dass er Gottes Sohn ist. Ich glaube das auch. Jesus ist am Kreuz später gestorben. Ich glaube, dass er dort alles Böse besiegt hat. Eines Tages wird er wiederkommen und allem Bösen ein Ende machen. Deshalb steht dort: Jesus siegt.“

Die Kinder haben noch manche Gelegenheiten zum Nachfragen genutzt. Auch hier hoffen und beten wir, dass Gott den Samen aufgehen und Frucht entstehen lässt. Danke, wenn Sie mit uns dafür beten.


Gabriel Möbius

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