Oase im Wandel und Gott verändert sich nicht

Baueinsatz in der neuen Oase
Baueinsatz in der neuen Oase

Hier bei uns in Neubrandenburg verändert sich viel. Für uns ist jeder Tag ein neues Abenteuer mit Gott, auf das wir gespannt sind. Ob es um den Umbau des neuen Gebäudes (ehemaliger Jugendclub) geht, bei dem noch nicht abzusehen ist, wie alles werden wird. Oder dass vor ein paar Wochen der ERF aus Berlin auftauchte, um über uns zu berichten. Oder das Quartiersfrühstück auf unserer „Jugendclub-Baustelle“ mit Kontaktbeamten, Interessierten und einem lokalen Radiosender. Auch das Benefizkonzert am vergangen Wochenende hat uns sehr beeindruckt. In einer großen Kirche der Stadt gaben sehr begabte Musiker zu Gunsten der Oase ihr Bestes. Beim anschließenden Vortrag in einer Festveranstaltung erhielt ich als Leiter der Oase nicht nur Gelegenheit vor einem ganz anderen Publikum zu sprechen, sondern nochmals eingehender zu erklären, was unser Anliegen im Reitbahnviertel ist.

 

Auch unser Team ist ständig im Wandel. Neben dem, dass wir für ein paar Wochen zwei freiwillige Helfer unserer Jüngerschaftsschule aus Bad Liebenzell zu Gast haben werden, lasse ich jetzt noch unsere ehemaligen FSJlerinnen Tabitha und Rahel zu Wort kommen, die eine spannende und bewegte Zeit in der Oase erlebt haben:

Tabitha und Rahel
Tabitha und Rahel

„Wir dürfen auf viele belustigende, lehrreiche und tief gehende Momente zurückblicken. In einem sozial-missionarischen Gemeindegründungs-projekt mitzuarbeiten, empfanden wir als sehr spannend. Die Menschen hier aus dem Viertel entsprechen so gar nicht der Klientel, mit der wir aufgewachsen sind. Uns wurde dadurch bewusst, was Gnade bedeutet in Bezug auf die fürsorglichen Eltern, die Gott uns geschenkt hat. Anfänglich mussten wir uns hier an den Umgangston der Teens und Kids gewöhnen, der so ziemlich anders ist als der unsrige. Sätze wie „Hey Alter!!“,  „Verpiss dich und komm her!“ oder neuerdings auch „Chill dein Chromosom!“ waren uns fremd. Dennoch fiel es uns nicht schwer, uns daran zu gewöhnen und mittlerweile gebrauchen wir ebenfalls ähnliche Wörter, allerdings nur im Spaß. In den letzten Monaten haben wir viele der Teens total in unser Herz geschlossen und es macht uns ehrlich traurig, sie eine Zeit lang zu verlassen. Das gleiche gilt auch für das Team hier: Es sind fähige und begabte Menschen, mit denen Gott arbeitet und wir sind dankbar, davon ein Teil gewesen zu sein. Während unserer FSJ-Zeit bekamen wir aber auch eine ganz neue Sichtweise in Bezug auf die Realität der unsichtbaren Welt, die um uns herum sehr aktiv existiert. Gerade im Reitbahnviertel war diese für uns oftmals sehr viel spürbarer als bei uns zuhause. Wir empfinden es so, als ob die Menschen hier dem Bösem mehr Spielraum geben - bewusst oder unbewusst. Aber wir wissen auch, dass wir uns nicht davor fürchten müssen, weil unser Gott viel stärker ist. Dieses Wissen beruhigt ungemein! Auch die Seminartage die immer wieder stattfanden, waren intensive Zeiten die uns weiter halfen; sei es in Bezug auf uns persönlich, in unserem Glauben oder in zwischenmenschlichen Beziehungen. Denn immerhin sind wir uns jetzt sicherer geworden, was wir mit unserem Leben anstellen wollen, wem wir dienen wollen, welche Gaben wir haben und wie wir dementsprechend unser Leben planen können. Wir wissen außerdem, dass wir unseren Vater um alles bitten dürfen, was wir möchten, weil er einfach voll gerne gibt und wir ja schließlich seine Kinder sind. Des Weiteren gab es natürlich viele intensive einzelne Gespräche, Momente und Erinnerungen an unsere erlebnisreiche Zeit in Neubrandenburg, die uns richtig gut tat, denn wir haben unser FSJ geliebt und wir werden zurückkommen!“

Obwohl sich bei uns vor Ort sehr viel bewegt und verändert, sind wir so dankbar darüber, dass Gott sich nicht verändert. ER bleibt vom Wesen her immer gleich: ER ist allwissend, allmächtig und allgegenwärtig. ER ist heilig und ER ist Liebe. Auf diese Eigenschaften Gottes können wir ganz fest vertrauen, das ändert sich auch in Zukunft nicht. „Jesus Christus ist gestern, heute und in Ewigkeit derselbe.“ Hebräer 13,8

 

Nikolai Bolanz, Neubrandenburg

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