Die "Begehbare Krippe"...

...auf dem Barocken Adventsmarkt in Ludwigslust. Vom 28. November bis zum 1.Dezember 2013 waren wir als Landeskirchliche Gemeinschaft mit einer begehbaren Krippe auf dem barocken Adventsmarkt in Ludwigslust vertreten. Die Vorbereitungen dafür hatten ein Jahr vorher begonnen. Dabei bewegte uns die Frage: Wie können wir unseren Mitmenschen heute die frohe Nachricht von Jesus nahebringen? Die entscheidende Idee bekamen wir vom Weihnachtsmarkt, den das Gnadauer Theologische Seminar Falkenberg veranstaltete. Die dort aufgebaute begehbare Krippe war unser Vorbild, aber wir setzten ganz eigenen Akzente.

 

Sehen und Hören
Sehen und Hören

Eine Mitarbeiterin für das Kreative war bald gewonnen. Sie und fünf weitere Frauen stellten zum Teil an Kurswochenenden biblische Erzählfiguren her und kleideten sie ein. Davon gehörten zwei Frauen nicht zu unserer Gemeinschaft, brachten aber ihre Zeit und ihr Geschick ein, weil sie gerne nähten und gestalteten. Zwei weitere Frauen – ebenfalls nicht aus unserer Gemeinschaft – malten uns die Landschaften, mit denen die Krippe eine besondere Wirkung entfaltet. Weitere Mitarbeiter bauten den Stall, die Krippe, die Hauswand von Marias Wohnhaus in Nazareth, die Tische und Schaltleisten.

Die Besucher sollten nicht nur Szenen aus der Weihnachtsgeschichte anschauen, sondern auch die Geschichten hinter den Szenen anhören können. Für die Umsetzung dieser Idee gewannen wir einen Informationselektroniker eines ortsansässigen Fernsehgeschäftes. Er besorgte und installierte uns Kopfhörer, MP3-Player und andere Technik. Zwei Mitarbeiter nahmen mit seiner Hilfe die Hörszenen auf. Er schnitt sie zu und spielte sie auf die MP3-Player.

Auch Kindern sollte es nicht langweilig werden. Deshalb brachten wir an jeder der fünf Szenen einen Taster mit der Aufschrift „Aktion“ an. Wenn man auf die Knöpfe drückt erstrahlt in Szene 1 ein Leuchter bei Maria zu Hause, in Szene 2 leuchtet der Engel, der den Hirten die frohe Nachricht von der Geburt Jesu ankündigt und ein Lagerfeuer beginnt für 10 Sekunden zu flackern. In Szene 3 geht die Laterne von Josef an, in Szene 4 wird es in einem der Häuser Bethlehems hell und in Szene 5 erstrahlt der Stern, dem die Weisen folgen.

Der Engel verkündet die Botschaft
Der Engel verkündet die Botschaft

Ansehen, Anhören und Antworten – das ist das Motto unserer Begehbaren Krippe. Antworten bedeutet: An einer Stelle konnte der Besucher selbst aktiv werden. Neben dem Stall mit Maria, Josef und Jesus in der Krippe stand ein Korb Scherben. Auf einem Schild daneben wurden die Besucher an den Heiland Jesus Christus erinnert und eingeladen, aufzuschreiben, was Jesus in ihrem Leben heil machen möge. Die Scherbe konnten sie an die Krippe legen. Etliche Menschen haben diese Möglichkeit genutzt. Viele Namen standen auf den Scherben - ein Hinweis auf gestörte, zerbrochene oder verwundete Beziehungen? Wir wollen sie dem Heiland der Welt anbefehlen und beten, dass er den Besuchern begegnet.

Und wie war die Resonanz auf dem Adventsmarkt? Hier einige Stimmen unserer Mitarbeiter:

Die Hirten beten an
Die Hirten beten an

„Es waren immer wieder Kinder, die von weitem die Figuren sahen und zu Mama oder Papa sagten: ‚Das möchte ich mir mal ansehen!‘ Viele setzten auch die Kopfhörer auf, um eine Geschichte anzuhören. Mama und Papa warteten oft draußen und hörten nicht mit.“ „Mich hat eine junge Frau beeindruckt, die sich viel Zeit nahm für die Begehbare Krippe und sich alle vier Hörszenen nacheinander anhörte.“ „Ein Mann hörte sich mit seiner Frau die Geschichte der Geburt Jesu an und das anschließende Lied ‚Ich steh an deiner Krippen hier‘. Dann setzte er den Kopfhörer ab und sagte: ‚Komm, das dauert ja ewig.‘ Ich reagierte: ‚Das dauert nur 13 Minuten.‘ Er: ‚Eine Szene?‘ – „Nein, alles!“ – ‚Was? Alles?‘ Gefühlt hatten viele Menschen einfach keine Zeit. Eine Hörszene von drei Minuten anzuhören war für viele zu viel.“ „Eine Gruppe einer Schulwerkstatt mit anders kreativen Menschen war da. Die Jugendlichen haben sehr interessiert von Anfang bis zum Ende alles angehört und ausprobiert.“ „Mit einem Ehepaar haben wir sehr lange gesprochen. Die Frau vertiefte sich in die Hörszenen und ließ sich überhaupt nicht ablenken.“ „Eine Frau hat gerade ihre Kündigung erhalten und fragte, ob man einfach so in unsere Gemeinde kommen kann.“ „Eine Frau nutzte die Gelegenheit, ihren Wunsch auf Heilung in ihrem Leben auf eine Scherbe zu schreiben. Sie hatte dann noch den Mut, mit mir darüber zu reden. Dabei benannte sie Dinge, die ihr schwer sind im Leben, auch lohnenswerte Ziele.“

Wer sich aber auf die Begehbare Krippe eingelassen und sich Zeit genommen hat, hat das sicher nicht bereut.

Gabriel Möbius

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