Last des Alters – Schönheit des Alters
am 17. Dezember 2009
Seit einiger Zeit beschäftigte mich der Gedanke, eine Gemeinschaftsstunde von und mit der älteren Generation zu gestalten. Die Jugend hatte dies ja schon getan. Ein Thema hatte sich bei mir schon eingenistet: „Last des Alters – und Schönheit des Alters“. Also suchte ich Mitstreiter. Ich fand sie in Siegfried Reiter. Er übernahm den ersten Teil des Themas. Den musikalischen Teil übernahm mit viel Eifer Horst Kühn. Zur Leitung der Stunde war Walter Kühl bereit. Mir blieb der zweite Teil des Themas.Das ganze Anliegen löste etwas Erstaunen aus, aber auch einhellige Bereitschaft mitzumachen. Wir sollten uns nicht immer anpredigen lassen. Der Schatz des Wortes Gottes hat uns in den schönen und schweren Lebensführungen begleitet, bewahrt und herausgerufen. Diesen Reichtum weiterzugeben, sollte uns immer neu antreiben.Die Last des Alters erlebt jeder auf seine Weise, sie ist uns kein Fremdwort. In Prediger 12,1 heißt es: „Gedenke an den Schöpfer in deiner Jugend, ehe die Tage kommen und die Jahre hervortreten, da du sagen wirst: Sie gefallen mir nicht.“ Wir spüren es: die Augen werden trüber, die Ohren hören nicht mehr alles, die Gedanken spielen uns oft Streiche, manche Wege gehen wir zweimal, der ganze Körper lebt auf Sparflamme. Aber auch mit der kleinen Kraft kann Gott sein Werk gestalten. Bei alledem helfen uns manche Hilfsmittel zum Segen, Hören, Merken, Laufen (- Der Rollator – welch eine tolle Erfindung! -). Wir dürfen Zeit haben, auch Zeit zum Verschenken. Manchmal ist Stöhnen die halbe Arbeit und Seufzen die halbe Last. Paulus spricht in Galater 6 davon, dass jeder seine Last tragen wird, aber auch davon, dass einer des andern Last trage und wir so das Gesetz Christi erfüllen – und das besonders im Alter. Wie sind uns doch manche Medikamente eine nötige Hilfe, aber ein Medikament „Gottes Wort“ und die Gemeinschaft untereinander sollte nie außer Acht gelassen werden, ebenso das aufmunternde Miteinander mit dem Auftrag „Geht hin…!“
Und nun: „Die Schönheit des Alters“ ist wie der Herbst, die vierte Jahreszeit unseres Lebens, die Jörg Zink in seinem kleinen Büchlein „Ich werde gerne alt“ kennen lernen möchte. Die „Schönheit des Alters“ – ein Traum oder doch Wirklichkeit oder weit hergeholt? Da gibt es doch Mittel, die Schönheit der Jugend mit ins Alter zu nehmen: Färben, cremen, pudern, liften usw.? Und was sagt die Bibel dazu? „Der Schmuck junger Menschen ist ihre Kraft, und die Würde der Alten ist ihr graues Haar“ (Sprüche 20,29). Auch in manchen Liedern ist davon die Rede, z.B. in „Schönster Herr Jesu.“ Das Alter ist ein Reifeprozess. Die Gegenwart lässt reifen, die Zukunft lässt hoffen. Alter verpflichtet, trägt Verantwortung. Abraham lässt seinem Neffen die Wahl: „Willst du zur Linken, so will ich zur Rechten…“Marianne Fleischhack sagt: „Eine Bitte möchte ich Gott sagen: Lass mich in den kommenden Tagen Zeit haben für dich, Zeit haben für mich, Zeit haben für die anderen. Segne mein Leben mit Ewigkeit. So, Herr, bitte ich dich um Zeit!“Mit einigen Dias haben wir die „Schönheit des Alters“ sichtbar machen können. Auch einige musikalische Beiträge haben uns Freude bereitet.
Karl Steinke, Röbel



