Barocker Adventsmarkt in Ludwigslust

am 22. Dezember 2009

Weihnachtsmarkt LWL 09Am Wochenende vor dem ersten Advent findet jedes Jahr der „Barocke Adventsmarkt” in Ludwigslust statt. Barock ist er, weil zur Barockzeit der Fürst im Schloss gewohnt hat. Barock ist er, weil die Stände und Hütten entsprechend angemalt sind und jeder Hüttenbetreiber ein barockes Kostüm bekommt, in dem er seine Waren anpreisen soll.Wir als LKG Ludwigslust haben uns im vergangenen November an diesem Adventsmarkt beteiligt. Wir wollten Gesicht zeigen, mit Menschen in Kontakt kommen und auf den wirklichen Inhalt von Advent und Weihnachten hinweisen. Dazu hat Weihnachtsmarkt LWL 09aeine Mitarbeiterin einen Bastelkreis gegründet, der kleine Tischlaternchen hergestellt hat. Drei von ihnen haben wir am Adventsmarkt angezündet. Ihr Leuchten hat einige Menschen regelrecht angezogen. Viele waren begeistert und haben sich dieses Adventslicht gekauft. Dazu haben wir Kärtchen von gott.net mitgegeben mit der Aufschrift „Frohe Weihnachten!” und einem guten Text auf der Rückseite. (Gott.net ist eine missionarische Initiative, die sich sagt: Immer weniger Menschen gehen in die Kirche. Aber umso mehr Menschen gehen ins Internet. Wir machen ein schwarzes Brett für Gott im Internet. So haben wir gleichzeitig auf diese Seite hingewiesen. Wer will, kann dort mehr über den Glauben an Jesus Christus erfahren.)
Außerdem haben wir ein Heft mit der Geschichte von Zachäus und Bildern von LEGO®, Aureliosterne, Honig und kleine Grußkärtchen zum Advent angeboten. In regelmäßigen Abständen haben wir in der Hütte den Film gezeigt: „Die Stadt, die Weihnachten vergaß”. Eine Passantin guckte auf das Werbeplakat und meinte: „So etwas gibt es doch gar nicht! Die Stadt, Weihnachtsmarkt LWL 09bdie Weihnachten vergaß!” Aber uns schien es schon so, dass viele Menschen den wirklichen Sinn und Inhalte von Weihnachten vergessen haben. So wie Benji und sein Freund in diesem Film. Doch der Großvater erzählt ihnen, wie in die Stadt, die Weihnachten vergessen hat, der Holzschnitzer Matthias kommt. Durch ihn erfahren die Einwohner, was es mit Weihnachten auf sich hat. Und dadurch verändert sich auch ihr Umgang miteinander.
Zeitweise konnte man auf der Bank vor dem Film „gefesselte” Kinderaugen beobachten. Die Erwachsenen schauten auch interessiert, aber mehr aus der Ferne zu. Manchen Eltern kam es sehr gelegen, dass ihre Kinder für 23 Minuten eine nette Beschäftigung hatten. So konnten sie mal schnell alleine über den Adventsmarkt gehen oder gar in eins der nahegelegenen Kaufhäuser. Einmal blieben Eltern länger weg als gedacht. Da hat eine Mitarbeiterin den Kindern eine Geschichte über den wahren Sinn von Weihnachten vorgelesen, die wir in der Hütte ausliegen hatten.
Am Abend kamen Mitarbeiter auch mit Erwachsenen ins Gespräch. Sie stellten Fragen nach Konfessionsunterschieden, Gottesbeweisen, Kirchenordnungen, Wendehälsen und freuten sich auf die Christvesper am Heiligabend. Manche, besonders ältere Menschen schilderten auch persönliche Nöte.
Passanten blieben auch dann eher stehen, wenn sie den Mitarbeiter in der Hütte kannten. Dann konnte man auch ein kurzes Wort wechseln. Eine Mutter, deren Sohn den Film geschaut und eine Einladung zu den Adventsgottesdiensten erhalten hatte, kam am 1. Advent in unseren Gottesdienst. Auch mit den Verkäufern in den Nachbarhütten kamen manche Mitarbeiter ins Gespräch. Sie konnten erzählen, wer wir sind und was wir anbieten.
Viele Mitarbeiter mussten mit ihrer Rolle in der Hütte erst warm werden. Dafür waren zwei Tage und eine Einsatzzeit von zwei Stunden fast zu kurz. Und doch: Es war gut, dass wir da waren. Gerne möchten wir im Advent 2010 wieder auf das wahre Weihnachten hinweisen und dort sein, wo die Menschen sind. Weil Gott auch dorthin kam, wo wir Menschen sind.
Dorothea Neumann und Gabriel Möbius


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